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Globaleinstrahlung am Bauort

Für eine rentable Anlage genügt die Sonne hierzulande. Gegebenenfalls müssen wir der Sonne im Norden des Landes etwas mehr Kollektorfläche anbieten, damit die Anlage das gewünschte Ergebnis erzielt. Wichtiger sind die Dachrichtung und die Dachneigung und, dass keine hohen Bäume der Sonne im Wege stehen.

Bekanntlich genießt das Allgäu mehr Sonnentage als Ostfriesland, das Dresdner Elbtal mehr als der Erzgebirgskamm - der Unterschied beträgt höchstens 300 kWh/m²a - Sonneneinstrahlung in Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr. Das ist kein Grund zur Sorge. Wo es wegen der geographischen Lage knapp werden könnte, etwa in tiefen Tälern, können Sie den Mangel durch zusätzliche Kollektorfläche ausgleichen, gegebenenfalls indem Sie ein Garagendach oder eine West-Fassade einbeziehen. Damit die Anlage bei 900 das gleiche Ergebnis wie bei 1.200 kWh/m²a erzielt, muss ihr nicht mehr als ein weiterer Quadratmeter hinzugefügt werden, in seltenen Fällen sind es bis zu drei Quadratmeter (zwischen einem halben und anderthalb Kollektorfeldern).

Südausrichtung, Dachneigung

Die übers Jahr im Durchschnitt beste Dachneigung (in unseren Breiten etwa 45°) und die beste Ausrichtung nach Süden (mit leichtem Tick nach Südwesten) hat nicht jedes Dach. Welche Bedingungen genügen, klärt im Einzelfall unser Verkäufer am Bauort. Ungünstige Verhältnisse kann man durch zusätzliche Kollektorfläche ausgleichen. Die alte Linde in Nachbars Garten könnte zu viel Schatten werfen - das prüft der Verkäufer mit dem Sonnenbahnanalysator. Manche Standorte sind für Solaranlagen ungeeignet oder schwierig. Aber ein Satteldach, dessen First nach Süden weist, kann mit je einem Kollektorfeld auf der Ost- und Westseite eingerichtet werden; hydraulisch und steuerungstechnisch haben wir dieses Problem vielfach bestens gelöst.

Scheint die Sonne zur richtigen Jahreszeit?

drei nutzklassen auf einem bild - winter_MG_4574Im Sommer leistet die Solarwärmeanlage am wenigsten, weil sie nicht mehr Sonne erntet, als im Haus verbraucht (oder beispielsweise zum Trocknen feuchter Kellermauern "vergeudet") wird. Hat der Pufferspeicher seine höchste Temperatur erreicht und es scheint noch immer die Sonne - dann ist Erntepause. Im Sommer braucht man wenig Wärme, man hätte denn ein Schwimmbad zum Aufheizen.

Ist Solarthermie daher nicht widersinnig? Nein, denn immer wenn die Sonne durch die Wolken bricht, ernten wir Energie, vorausgesetzt der Puffer muss nachgefüllt werden, weil wir zuvor oder in eben diesem Augenblick Wärme verbrauchen. Sogar im Winter beziehen wir mit der großen Kollektorfläche kostenlose Sonnenwärme: Der Pufferspeicher muss im Winter besonders viel an die Raumheizung abgeben - umso mehr ist dem Speicher frische Wärme vom Dach willkommen.

Den meisten Nutzen genießen wir in den sechs Monaten der Übergangszeiten, im Frühjahr und Herbst, außerdem an kühlen Tagen im Sommer: Da wird der Heizkessel nicht nur entlastet - da können wir die Heizung sogar beherzt aufdrehen. Für Leute mit chronisch kalten Füßen ein willkommener Zusatznutzen, den die kleiner dimensionierten Anlagen der Nutzklassen WW und ST nicht bieten!

Auch für das Duschen zu diesen Zeiten bemühen wir den Heizkessel nicht. Deshalb erspart die Nutzklasse MX übers Jahr dem Heizkessel die teuerste aller Betriebsweisen: den Stotterverkehr, mal an, mal aus. Wechselhaftes Wetter im Frühjahr und Herbst, wie in unseren Regionen, bietet für das Sparen die besten Bedingungen: Der Puffer wird immer wieder aufgefüllt, der Kessel hat nichts zu tun. Nur wenn das miese Wetter anhält, muss der Kessel gelegentlich einspringen. Unter idealen Bedingungen hat der Kessel einer MX-Anlage in bis zu neun von zwölf Monaten nichts zu tun.

Überschusswärme 

Aber die Frage bleibt: Was passiert mit der überschüssigen Sommerwärme im Kollektorfeld? Dasselbe wie auf dem Schieferdach: nichts. Auch am Lido di Venezia brennt mehr Sonne auf die Haut als nötig. Der Anlage macht es technisch nichts aus, sie ist jederzeit eigensicher, ob wir am Lido sind oder zuhause.