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Solarsanierung komplett

Möglicherweise lassen sich die meisten Wohngebäude im Bestand tatsächlich zum Sonnenhaus (mit mehr als 50% Einsparung) umrüsten. Allerdings ist der Aufwand beträchtlich, er reicht für ein EFH bis 150.000 Euro. Was immerhin weniger kostet als ein nagelneues Haus hinzustellen.

Konsequente Solarsanierung

Was ist im ungünstigsten Fall zu tun? Unter besonders schlechten Vorbedingungen muss man den Heizenergiebedarf durch frische Dämmung und neue Fenster um mindestens die Hälfte verringern, die Hälfte des verbleibenden Gesamtwärmebedarfes mit einer Solaranlage decken, die andere Hälfte kann man beispielsweise mit einem Holzpelletkessel bedienen. Anzustreben ist nach dem Sonnenhaus-Standard für Altbauten der EnEV-Neubaustandard.

"Die energetische Altbausanierung bedeutet höheren Wohnkomfort und eine Wertsteigerung des Gebäudes. Dennoch scheuen viele Haubesitzer den 'großen Wurf'." sagt das Sonnenhaus-Institut in seinem Beitrag Der Weg vom (K)altbau zum Sonnenhaus: "Sie glauben, durch sukzessives Stopfen von „Energielöchern“ den exponentiell anwachsenden Heizkosten entgegensteuern zu können. Ein paar Jahre lang mag diese Rechnung scheinbar aufgehen."

Was ist stattdessen zu für eine konsequente Solarsanierung zu leisten?

Gebäudesanierung

Haus Dirschedl vor der Solarsanierung (Bild: Sonnenhaus-Institut)

Das Gebäude muss mit Sachverstand und Weitblick energietechnisch saniert werden. Dazu zählt in solchen Fällen fast immer ein massiver Aufwand für die Dämmung. Ferner müssen für eine steile Kollektorstellung die Voraussetzungen an Dach oder Fassade geschaffen werden, und es muss Raum frei sein für einen Großspeicher.

Kollektoren

Die Kollektorfläche darf entweder bis zu 30 Grad nach Westen oder Osten von der idealen Südrichtung abweichen. Wenn der First in Nord-Süd-Richtung läuft, können wir zwei oder mehr nach Ost und West weisende Kollektorfelder getrennt ansteuern. Das ist regelungstechnisch kein Problem mehr, Soli fer hat solche Anforderungen vielfach erfüllt.

Die Neigung sollte mindestens 35°, möglichst 45 bis 60° betragen, damit die Wintersonne besser genutzt wird. Notfalls können Kollektoren aufgeständert und - gut gedämmt - in ein Hilfsdach eingekleidet werden, oder man kann auf verschattungsfreie Nebengebäude ausweichen.

Pufferspeicher

Haus Dirschedl nach der Solarsanierung (Bild: Sonnenhaus-Institut)

Da der Pufferspeicher im Mittelpunkt der Wärmeversorgung durch Solaranlage und Kessel steht, bestimmt seine Größe den Umfang der Solarsanierung. Im Altbau fehlt so gut wie immer der Raum für die beste aller Speicherormen: schlank und hoch. Alternativ kann man einen kellergeschweißten Pufferspeicher einbauen, der in Einzelteilen angeliefert wird. Auch die Aneinanderreihung mehrerer kleinerer Speicher ist möglich, das haben wir mit Erfolg vielfach getan; diese Anordnung muss, um den Sonnenhaus-Standard zu erfüllen, sorgfältig geprüft werden. Nicht zu empfehlen ist ein vergrabener Speicher im Erdboden oder die Unterbringung in einem unbeheizten Anbau.

Niedertemperaturheizung

Je niedriger die Heiztemperatur, desto höher der Solarertrag. Auch für das Wohlgefühl und die Gesundheit ist daher eine Flächenheizung immer vorzuziehen - sie kommt mit geringerer Temperatur aus und spendet höheren Wohnkomfort als eine Konvektionsheizung. Wandheizungen sind leichter nachzurüsten als Fußbodenheizungen, außerdem sind sie ein gutes Mittel gegen feuchte Mauern. Falls Flächenheizung nicht infragekommt, kann - nach gründlicher Gebäudesanierung - auch eine bereits vorhandene Heizkörperheizung auf niedrigerem Temperaturniveau betrieben werden.

Unterstützende Nachheizung

Für die Nachheizung des Pufferspeichers bieten sich vor allem Biomassekessel an, sei es als vollautomatische Holzpellet-Zentralheizung (der Tankraum fungiert als Brennstofflager) oder als Holzvergaserkessel, zum Beispiel von Powall. Bei gutem Dämmstandard kommen auch Pellet- oder Stückholzöfen mit Wassereinsatz in Betracht, die in Wohnräumen aufgestellt werden.