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Brennstoff minimieren - wichtiger als solare Deckung

Solare Deckungsrate und solare Brennstoffeinsparung sind unterschiedliche Größen! Wichtig für den Bauherren ist die Entlastung seines Bankkontos, die Einsparung beim Brennstoff. Ob er eine hohe solare Deckung genießt, ist meist reine Nebensache.

Eine hohe solare Deckungsrate erzielt man auch mit einer minderwertigen Anlage, die nichts anderes leistet, als eine hohe Deckungsrate zu erzielen. Das gilt beispielsweise für Anlagen der Nutzklasse WW im Eigenheim, Dort ist der Bedarf für warmes Trinkwassers zu niedrig für eine wirtschaftliche Anlage. Anders bei bestimmten Funktionsgebäuden und im Mietwohnbau.

Anlagen der Standard-Nutzklasse ST werden häufig mit dem Argument der hohen Deckungsrate angeboten; demgegenüber würden Anlagen der Klasse MX im Sommer viel zu viel Energie ernten. Das ist zwar nicht ganz richtig (tatsächlich geerntet wird nur so viel wie verbraucht wird, sonst würde der Pufferspeicher explodieren), aber vor allem geht es an der Sache vorbei. Anlagen der Nutzklasse MX sind für den Sommer überdimensioniert (das stimmt), aber ihre Aufgabe ist es, in den Übergangszeiten (Frühjahr und Herbst) sowie an sonnigen Wintertagen für das Eigenheim so viel Energie wie möglich zu ernten, damit nicht mit Brennstoff nachgeheizt werden muss. Die großzügige Dimensionierung ist Absicht und stellt sich als die korrekte Dimensionierung heraus, denn absolut spart der Bauherr Energiekosten. Dafür kann er getrost eine niedrigere solare Deckungsrate in Kauf nehmen.

Röhrenkollektoren in Batterieaufstellung auf einem FlachdachKurzum: Die solare Deckungsrate alleine sagt so wenig aus wie die PS-Zahl beim Auto (man muss sie auch auf die Straße bringen). Es ist Kennzeichen der Nutzklasse MX, dass sie den Bedingungen der Physik besser entspricht als jede Standardanlage der Nutzklasse ST - vorausgesetzt die örtlichen Bedingungen und das Budget des Bauherren erlauben ein konsequentes Konzept. Der Lohn dafür liegt in der steuerfreien Einsparung von gekaufter Heizenergie, und mithin in der Rendite von MX-Anlagen, die höher ist als die von photovoltaischen Anlagen. Von Übel ist die Überdimensionierung von Heizkesseln.

Bei Funktionsgebäuden herrschen andere Bedingungen, dort kann eine schlecht konzipierte Solaranlage unnötig groß ausfallen. Eine passgenaue Auslegung ist nur möglich, nachdem wir den tatsächlichen Bedarf identifiziert haben.

Anmerkung: Ein hohe solare Deckungsrate lässt sich auch künstlich herstellen, beispielsweise indem man im sonnigen, aber kühlen Frühjahr und Herbst bei offenem Fenster tüchtig heizt - nämlich solar. Das kostet nichts, erhöht aber die "PS-Zahl". Auch deswegen sind wir strikt gegen jede Förderung auf der Grundlage des nachgewiesenen solaren Deckungsgrades.