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Mittelpunkt des Wärmehaushalts

Solarthermie wird bald die primäre Technik des Heizens sein - alle anderen Techniken kosten Brennstoff. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, müssen mit der Solarthermie verschiedene Kombinationen von Techniken das Optimum ausreizen.

Wer seine Heizung modernisiert, richtet sich meist nach seinem Heizkessel. Sofern dieser noch halbwegs funktionstüchtig und nicht zu alt ist, bestimmt er die Marschzahl beim Energiesparen. Seine Effizienz wird kaum überprüft, die Solarthermie wird einfach dazumontiert.

Rendite-der-Nutzklassen Voraussetzung der überlegenen Rendite der Nutzklasse MX ist die Lebensdauer der (reparablen) Kollektoren auf dem Dach und des (wartungsfreien) Pufferspeichers im Keller Das ist zugleich falsch und schädlich. Den Kessel kann man in vielen Fällen weiterverwenden. Aber Solarthermie darf konzeptionell nicht einfach angehängt werden: Der für sie erforderliche Pufferspeicher muss im Mittelpunkt stehen - auch im Altbau. Falsch ist es, weil sie als Anhängsel zu wenig leistet, um den Aufwand zu rechtfertigen. Schädlich ist es, weil die einmal montierte Technik verhindert, dass der - kostenlose - Beitrag der Sonne nachträglich erhöht werden könnte. Dann müsste man von vorne beginnen, und das ist dem Bauherren zu viel. Wenn er in seinem Budget trotzdem die Prioritäten anders setzt, sollte ihm diese Konsequenz bekannt sein - das ist häufig nicht der Fall. Architekten und Planer gewinnen Ansehen, wenn sie ihren Kunden solches ersparen.

Pufferspeicher bildet den Mittelpunkt

pufferspeicher-eines-sonnenhauses Nicht zu übersehender Mittelpunkt ist der Pufferspeicher, hier bei der Montage in ein Sonnenhaus (Bild: DGS) Im Mittelpunkt, das bedeutet: Der Heizkessel unterstützt die Solarthermie, die Wärmepumpe usw.  und nur aktiv, wenn die kostenlose Wärme nicht genügt, um den Pufferspeicher zu laden.

 Angehängt heißt: Die Solarthermie entlastet den Heizkessellediglich. Das bedeutet in der Praxis: Die Sonne bekommt zu wenig Gelegenheit, zum Wärmehaushalt beizutragen, denn der Heizkessel kommt ihr zuvor. Das ist systembedingt nicht zu vermeiden, so lange der Kessel im Mittelpunkt verbleibt.

Damit sind die beiden Klassen genannt: Solarthermie im Mittelpunkt ist Kennzeichen der Nutzklasse MX; angehängte Solarthermie bekommt man mit der Nutzklasse ST. Wenn der Heizkessel im Mittelpunkt steht, kann auch eine nagelneu installierte Anlage der Klasse ST das Kesselverhalten sogar verschlechtern!

Erstnutzung statt Auchnutzung

Eine intelligent geregelte Solarwärmeanlage der Klasse MX kann entweder so abgestimmt sein, dass solar generierte Wärme zuerst und sofort verbraucht wird oder sie wird dem Pufferspeicher zugeführt. Letzteres ist für das Ein- und Mehrfamilienhaus günstig; ersteres kann für den Wohnblock und bestimmte Funktionsgebäude günstiger sein. In beiden Fällen darf jedoch der Heizkessel erst in Aktion treten, nachdem das Wetter maximal genutzt wurde und das Verhalten der Menschen im Gebäude die solare Leistung ausgeschöpft hat: Erstnutzung statt Auchnutzung.

In der Übergangsperiode (Frühjahr und Herbst sowie an den kühlen Sommertagen) soll die solare Wärmeerzeugung im Einfamilienhaus den Heizkessel sogar völlig ersetzen - manche Kunden erzwingen es und schalten ihn einfach ab. Gerade zu diesen Zeiten starten in konventionellen Heizsystemen die meisten Brenner viel zu häufig - die Kaltstarts verschleißen das Gerät, die Emissionen sind dann am höchsten. Das gewöhnen wir dem Kessel ab durch die puffergeregelte Steuerung des Wärmehaushalts.