Nachricht

Hinweis
  • Das Gast Benutzerkonto ist nicht richtig konfiguriert. Bitte stellen Sie die Option 'Gast Benutzername' auf den Benutzernamen des registrierten Benutzerkontos. guest_username="Gast"

    --
    yvComment solution, version="1.25.3"

Ertragsvorschau und Investitionssicherheit

Fünf Gedanken zur Genauigkeit einer Ertragsvorschau legen wir Ihnen ans Herz. Eine genaue Vorhersage des Ertrages gibt es nicht, sie wäre reiner Zufall! Dennoch möchte man den voraussichtlichen Ertrag so genau wie irgend möglich wissen. Wir erörtern die Frage am Beispiel des Eigenheims.

Erstens beruht auch die Ertragsvorschau für Ihr Haus auf einer Simulation. Das bedeutet, Ihr Haus wird mit dem sogenannten "Würzburger Haus" verglichen. Dieses wurde genau vermessen, Ihr Haus nicht. Trotzdem ist eine vergleichende Simulation dieser Art die sauberste und daher die übliche Methode, sonst würden bei jeder Simulation die Torpfosten verschoben. Merke jedoch: Das Würzburger Haus ist Ihrem Haus nur mehr oder weniger "ähnlich", es ist nicht das "gleiche".

In die Simulation fließen zweitens die statistischen Wetterdaten Ihrer Region ein, das sind Durchschnittszahlen aus der Vergangenheit. Dass sich das Wetter in Zukunft so wiederholen werde, muss man praktischerweise unterstellen; methodisch ist das einwandfrei, aber nur anscheinend richtig. In jedem einzelnen Jahr weicht das Wetter vom Durchschnitt ab, nach oben wie im Kaisersommer 2006 oder nach unten wie im Sommer 2004, der einem verschleppten April gleichkam. Sodann kommt hinzu: In Ihrer Stadt, sogar am Standort Ihres Hauses, in Ihrer Straße ist das Wetter ebenfalls besser oder schlechter als in den Vergleichswerten, denn punktgenaue Daten gibt es - noch - nicht.

Im besten Falle ergibt die Simulationsrechnung einen annähernd stimmigen Mittelwert, den wir - der Klarheit wegen - mit Streubreite angeben. Beispiel: Wenn der Rechner einen Wert von 31,57% auswirft, sieht das zwar nach genauer Berechnung aus (er könnte es auch mit zehn Stellen nach dem Komma ausdrucken), aber wir sagen in diesem Falle: "von 28 bis 34%". Eine Vorhersage mit Kommastellen würde Ihnen Sand in die Augen streuen.Haken

Weitere Gründe sprechen für eine gewisse Umsicht im Umgang mit Prognosen. Streng genommen, müsste man drittens Ihre baulichen Gegebenheiten genau erfassen und in Zahlen kleiden: Wie ist der Zustand der Dämmung und der Fenster, wo gibt es Wärmebrücken? Wie zerklüftet ist der Grundriss gezeichnet, mit wieviel Türmchen und Ecken, oder steht es kompakt wie ein Iglu? Steht es frei oder windgeschützt, bspw. in einer Siedlung, am Hang, nahe Hochhäusern? Ein teurer Spaß wäre dieser Messaufwand, den man theoretisch durchaus betreiben könnte. Wegen viertens zahlt er sich aber nicht aus.

Viertens bestimmen nämlich Sie als Nutzer zu einem unvorhersehbaren Anteil, was Sie aus der Sonnenernte machen: Wie ausgiebig Sie duschen, wie hemmungslos die Gäste Ihren Luxus teilen; wie Sie lüften, oder wie Ihre Gäste auch mal vergessen, die Fenster zu schließen; wie beherzt Sie die Heizung aufdrehen, statt das Haus im Rollkragen zu bewohnen, wie Sie die Temperatur des Vorlaufs eingestellt lassen, wie tief sie nachtsüber absenken oder durchlaufen lassen, ob eine Warmwasserzirkulation ansteht, ob Sie den Keller mitbeheizen - um nur ein paar zu nennen.

In dieser Hinsicht wird man neuerdings empfindlicher. Offenbar wird in vielen Häusern der Keller gut geheizt; das bedeutet, die Wärmeverluste im Keller fehlen beim Heizen der Wohnung.

Und schließlich wird all das noch einmal über den Haufen geworfen durch Fünftens: Die Folge einer Vorhersage ist nun mal, dass sie sich entweder selbst erfüllt, oder dass sie zum Widerspruch reizt. Das soll sie sogar, jedenfalls ist es bei vielen Nutzern kaum zu vermeiden. Die Vorschau beeinflusst, was sie vorhersagt, nämlich das Verhalten der Nutzer. Das hat mit der Natur des Menschen zu tun. Kaum behauptet einer: "Diesen Stein wirfst Du keine dreißig Meter!", werden neun von zehn Menschen bockig: "Das wollen wir mal sehen!" Ihr sportlicher Ehrgeiz kann bedeuten, Sie sparen mehr als vorhergesagt, oder Ihre Lässigkeit beim Lüften ("Sonne kostet ja nichts") ergibt das Gegenteil.

Die Vorhersage kann daher nur noch zufällig genau eintreffen. Manche Kunden nehmen die Vorhersage von Anfang an als Messlatte und setzen alles daran, besser abzuschneiden. Andere Bauherren berichten, dass sie seit dem Einbau ihrer Anlage die Energie bewusster wahrnehmen. Sie beobachten sich selbst beim sparsamen Umgang auch mit den übrigen Ressourcen und Rohstoffen. Das ist eine seltsame Auswirkung, die selbst bei überzeugten Umweltschützern noch Reserven freimacht. Redlicherweise müssten wir zugestehen: Einen Teil ihrer Ersparnisse hätten solche Bauherren daher auch ohne unsere Anlage erreicht.

Hätten sie, haben sie aber nicht.

Leuchttürme 

Es wäre unseriös, den Eindruck zu vertiefen, dass eine Ertragsvorschau mehr sein kann als ein Leuchtturm. Man orientiert sich am Leuchtturm, man rammt ihn nicht. Dennoch müssen die Berechnungen mit Sorgfalt angestellt werden. Die Soll- und die Ist-Daten nach dem Einbau der Anlage wollen auch wir sehen: So können wir in der Anlaufzeit sowie zu den Wartungsintervallen Ihre Anlage beobachten, feinjustieren und das System zur Höchstleistung trimmen.

Mark Twain meinte: "Vorhersagen sind schwierig, zumal solche über die Zukunft." . Und zum typischen Wetter einer Region meinte er: "Der kälteste Winter, den ich je verbrachte, war ein Sommer in San Francisco." (Prediction is very difficult, especially about the future. The coldest winter I've ever spent was a summer in San Francisco).