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Nutzklassen MX und ST im Vergleich

Die direkte Gegenüberstellung der miteinander konkurrierenden Nutzklassen erlaubt einen ersten Einblick in die Kriterien. Weitere Einzelheiten ergeben sich aus dem Gespräch mit dem Experten.

Der folgende Vergleich gilt für einen EFH-Neubau gemäß EneV 2009 mit 120 Quadratmeter Wohnfläche: Austattung mit 1000-Liter-Pufferspeicher und 20 Quadratmeter Solardach bzw. Indach.

Neubau EFH MX ST
Konzept Pufferspeicher steht mit kostenloser Wärme im Mittelpunkt; Sonne genießt immer den Vorrang Heizkessel steht mit gekauften Brennstoffen im Mittelpunkt; Sonne immer an zweiter Stelle
Vorteil
Nachteil
spart Brennstoff;
erhöht den Wirkungsgrad des Heizkessels beträchtlich;
verlängert die Lebensdauer des Kessels;
ermöglicht Optimierung des Kesselverhaltens
verbraucht mehr Brennstoff;
bleibt weit unter dem erreichbaren Wirkungsgrad;
verkürzt die Lebensdauer des Kessels;
verhindert Optimierung des Kesselverhaltens
Pufferspeicher spezieller Schichtladespeicher mit außenliegendem Wärmeübertrager (von Solarwasser an Speichermedium): Warmes Wasser kann oben eingeschichtet und sofort und ungemischt genutzt werden  innenliegender Wärmeübertrager verhindert Schichtenbildung der Temperaturen: Warmes Wasser steigt und durchmischt die Schichten, sobald neue Wärme vom Kollektor eintrifft
Vorteil
Nachteil
hohe Solarernte;
geringer Brennstoffverbrauch; langlebiger Speicher
geringe Solarernte;
höherer Brennstoffverbrauch
Wärmeverluste am Speicher schräge Stutzen (max. 7 Watt/Stutzen), individuell gedämmt; überflüssige Aussparungen werden vermieden gerade Stutzen (max. 50 Watt/Stutzen); Dämmung mit Aussparungen für nicht angeschweißte Stutzen
geschlossene Dämmung im oberen Drittel, Entlüfter besser platziert Rohröffnungen unter anderem für Entlüfter im oberen Drittel
Melaninschaumdämmung: Wärmeleitzahl 0,035 W/mK Standarddämmung: Wärmeleitzahl 0,065 W/mK
Vorteil
Nachteil
kaum Wärmeverluste, somit geringerer Brennstoffverbrauch hohe Wärmeverluste, somit höherer Brennstoffverbrauch
Durchflussprinzip im Solarkreislauf Trägflusstechnik
ca. 15 Liter/m2h
hoher Durchfluss
ca. 30 Liter/m2h
Vorteil
Nachteil
hohe, sofort nutzbare Temperaturen in der Heizperiode;
hohe Brennstoffeinsparung;
Stromverbrauch für Solarpumpe gering
geringe nutzbare Temperaturen in der Heizperiode;
geringe Brennstoffeinsparung;
Stromverbrauch für Solarpumpe hoch
Brennwerteffekt der Gastherme optimale Einbindung mittels Spezialmodul bewahrt den Brennwerteffekt Brennwerteffekt am Heizkessel gemindert durch vorgewärmtes Solarwasser
Vorteil
Nachteil
hohe Einsparung geringe Einsparung
Warmwasser außenliegender Wärmeübertrager: Frischwasserstation liegt außerhalb des Pufferspeichers;
Mischer mit Energie sparender Heizungspumpe Klasse "A"
innenliegender Wärmeübertrager (Rohrschlange oder Tank im Tank) oder ein zusätzlicher Speicher;
meist ohne Mischer und Heizungspumpe
Vorteil
Nachteil
frisches Wasser,
langlebig
abgestandenes Wasser,
kurzlebig
Solarsteuerung
Ertragsüberwachung
Darstellung
frei programmierbare Steuerung;
Datenaufzeichnung;
fortlaufende Anlagen- und Ertragsüberwachung;
Darstellung am PC oder im Internet möglich
einfache Zweikreissolarregelung;
keine Aufzeichnung;
keine Anlagen- und Ertragsüberwachung;
Darstellung am PC oder im Internet nur gegen Aufpreis oder gar nicht möglich
Vorteil
Nachteil
alle Wärmeprozesse in einem Regler;
optimale Steuerung für Gesamtsystem;
hohe Anpassbarkeit auf Veränderungen;
hohe Einsparung beim  Brennstoff
eigener Regler je Wärmeerzeuger;
Optimierung über Regelung ist verhindert;
geringe Anpassbarkeit auf Veränderungen;
geringe Einsparung beim Brennstoff
Lebensdauer Solardach: bis 40 Jahre, weil wartungsfreundlich und reparabel Indachkollektor: bis 25 Jahre, da i.d.R. nicht reparabel
Garantiejahre Solardach 10
Pufferspeicher 20
Dachdichtheit 10
Indachkollektor 5 bis 10 
Pufferspeicher 5 bis 10 
Dachdichtheit 2 bis 5
Brennstoffeinsparung 
Einsparrendite p.a.
35 bis 45 Prozent;
bis 8 Prozent
25 bis 35 Prozent;
bis 4 Prozent
Vorteil
Nachteil
auf Jahrzehnte höhere Einsparung und System erweiterbar, jedoch teurer als ST auf Jahrzehnte geringere Einsparung und System festgelegt, dafür billiger als MX

Beim Altbau-Einfamilienhaus ähnlicher Größe fällt der Unterschied zwischen MX und ST noch krasser aus - ein Vorteil, der mit höherer Investition zu erkaufen ist. Daher verdichtet sich das Problem für den Investor auf zwei Fragen:

Zahlt sich die Mehrinvestition aus, und in welcher Zeit? Die Antwort lautet Ja, und die Zeit, bis sich die Anlage amortisiert hat, verkürzt sich in dem Maße wie die Energiepreise dauerhaft steigen. Da nicht mit dauerhafter Preissenkung zu rechnen ist, erhöht sich mit höchster Wahrscheinlichkeit die Rendite. An dieser "Spekulation" ist auch der Investor in die Nutzklasse ST beteiligt; das Risiko ist das gleiche wie bei der Klasse MX, die Gewinnchancen sind aber erheblich geringer.