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Solarthermie kontra Photovoltaik

Alle reden von der Photovoltaik - eine ähnliche hohe, mitunter bessere Rendite kann die Solarthermie bieten. Sie dient dem Heizen, die Photovoltaik generiert Elektrizität. Die Solarthermie gehört zum bewohnten Haus. Den Strom aus der Fotovoltaik kann man auch aus der Ferne in das Netz einspeisen.

Solarthermie verwandelt in Kollektoren Sonnenstrahlen zu hoher Temperatur, sie wird in einen Puffer geladen, der sie speichert. Aus dem Speicher stammt die Wärme zum Heizen und Duschen. Solare Wärmeenergie nutzt man vorzugsweise dort, wo sie gewonnen wird, denn Wärme lässt sich besser speichern als transportieren (bei der Elektrizität ist es umgekehrt).

Photovoltaik verwandelt in Modulen Sonnenenergie zu elektrischem Strom; er wird größtenteils gegen Vergütung ins Netz eingespeist. Bei der Photovoltaik braucht man die Anlage nicht auf dem eigenen Dach; für die Rendite ist es sogar vorteilhaft, in ferne Großdächer, etwa in Gewerbeparks im sonnenverwöhnten Süden zu investieren - denn es ist egal, wo der Strom ins Netz fließt.

Unterschiede zwischen solarthermischer Heizung und fotovoltaischer Stromerzeugung


Sonnenstrom
Photovoltaik
Sonnenwärme
Solarthermie
Was wird erzeugt? Elektrizität für das Stromnetz Wärme für Heizung und Dusche
Auf dem Dach liegen ... Photovoltaik-Module Sonnenkollektoren
Wirkungsgrad 14 bis 18% 75 bis 85%
Energieernte in kWh pro qm und Jahr¹ 70-120 250-600
Lebensdauer Modul max. 30 Jahre Kollektor max. Jahre
Amortisationszeit etwa 10-15 Jahre etwa 10-20 Jahre
Zinsgünstige KfW-Kredite? ja ja
Förderung

Stand 01.01.2011

Kein Zuschuss für den Kauf der Anlage.

28,74 cents/kWh für ins Netz gespeisten Strom, gemäß EEG, Dachanlage bis 30m²
Zuschuss für die Anlage, nicht rückzahlbar

≤ 40m² 120 Euro/m² Kollektor
(ab 1.1.2012 nur 90 Euro/m²)
> 40m²   45 Euro/m²)
wenn Heizung unterstützt wird
Investitionssicherheit Ja, für bestehende Anlagen.

Für Neuanlagen je nach Regierung: Bleibt es bei der Einspeisevergütung?
Ja.

Zuschuss wird einmal ausgezahlt, gleich nach dem Einbau.
Ersparnis bei Betriebskosten des Hauses Nein

Investition dient der Geldanlage
Ja

Investition dient Senkung der Heizkosten
Nutzung der Solarenergie im eigenen Haus?

Stand 01.01.2011
Nur zum Teil:
< 30% - 12,36 Cent/kWh
> 30% - 16,74 Cent/kWh
Ja,
Sonnenwärmeanlagen stiften Sinn nur auf dem eigenen Dach
Konsequenz für Anleger Investieren Sie auf sehr großen Dächern, am besten im sonnigen Süden Investieren Sie in eine solarthermische Anlage im eigenen Hause; die meiste Energie in privaten Haushalten geht für die Wärme drauf
Rendite im EFH max. 3 bis 5%
max. 10%
Steuerliche Bewertung Einnahmen/Gewinne sind zu versteuerndes Einkommen Energieersparnis gilt nicht als Gewinn, ist nicht zu versteuern

Garantie

Zu bedenken ist ferner die Produktgarantie im Unterschied zur Leistungsgarantie. Diese nützt wenig, wenn zuvor jene abgelaufen ist. Zum Beispiel: Die Produktgarantie für das Modul beträgt fünf (mitunter drei) Jahre; hinzu kommt eine Leistungsgarantie, dass ein bestimmter Wirkungsgrad über 20 Jahre nicht unterschritten werde. Diese Garantie gilt aber nur für das intakte Modul; sollte es vorzeitig, aber nach Ablauf der Produktgarantie, defekt werden, ist die Leistungsgarantie hinfällig: Das Modul muss auf Kosten des Kunden ersetzt werden (und erhält erneut eine Leistungsgarantie).

Eignung als Renditeobjekt 

Solarthermie und Solarstrom, eignen sich als Rendite-Objekt. Für den Anbieter zahlen sich photovoltaische Kleinlagen bis 5 kW kaum aus; unter dem Preisdruck im Markt leiden zwangsläufig die Qualität und die Sorgfalt bei der Ausführung. Auch die Gewährleistung und Wartung gehören berücksichtigt: Deshalb spricht viel dafür, nur in Großinstallationen Sonnenstrom zu investieren, die Sie in seriöser Obhut wissen.

Papsch-WinterFalls Sie Ihre Investition in die Solarthermie erst nach der Photovoltaik verwirklichen wollen, bedenken Sie: Die Dachfläche am Ort des Wärmeverbrauchs ist für die solarthermische Eigenversorgung ungleich wertvoller, auch wenn Sie eine teilweise Eigennutzung des selbst erzeugten Stroms planen. Ein Beispiel für eine kluge Trennung der beiden Verfahren ist das Haus Papsch.

Photovoltaische Module sind abseits sicherer untergebracht: Die Feuerwehr könnte beim Löschen Stromschlag von den gleichstrom-stromführenden Solarzellen befürchten; bei den Solarkollektoren für die Solarthermie gibt es keine stromführenden Teile - die Feuerwehr kann ohne Zögern Wasser darauf halten. Dass die Befürchtungen leider begründet sind, belegt unter anderem dieser Pressebericht:

Mittlerweile gibt es auch Vergütung für eigengenutzten Strom aus der Photovoltaik. Dieser ergibt jedoch nur in dem Maße einen Sinn, wie er unmittelbar (!) genutzt werden kann. Das bedeutet, die Nutzung muss mit der Verfügbarkeit der Elektrizität (Sonnenstrahlung) synchronisiert werden. Stromintensive Vorgänge wie Waschen und Spülen, Rasenmähen und Laubsaugen müssen auf Zeiten des Sonnenscheins verlegt werden.

Investitions-Empfehlung

In Projekten der Photovoltaik gibt es interessante Angebote zur Beteiligung an Großanlagen. Zu bedenken ist, dass sich die Rendite der solarthermischen Anlage anders errechnet: aus dem Vergleich der eingesparten Energie (für Heizung und Warmwasser) gegenüber den fossilen Brennstoffen, die man stattdessen einzukaufen hätte. In dem Maße, wie die Energiepreise steigen, verbessert sich die Rendite sogar. Um Vergleichbarkeit herzustellen, gilt die Kilowattstunde als gemeinsame Maßangabe (sie ist also nicht eine Messgröße für den elektrischen Strom alleine - Laien lassen sich da leicht verwirren).

Bei der Photovoltaik ist die Rendite festgelegt (bis eine andere Regierung "aus dem Einstieg aussteigt"). Bei der Solarthermie sind höhere Renditen errechenbar; es kommt nur darauf an, wie man die künftigen Brennstoffpreise veranschlagt (vorher) und wie sie tatsächlich ausfielen (hinterher). Insofern ist die anscheinend biedere Solarthermie spekulativ reizvoller als die Photovoltaik. Ein unerwarteter Nebennutzen der Spekulation ist allerdings die Wertsteigerung (und Beleihbarkeit) der solarthermsich versorgten Immobilie, seit die Banken die Wertsteigerung verstehen lernen.

Erhaltung vs. Verlust der Kaufkraft

Wertvergleich von Energieinvestitionen in heutiger Kaufkraft des Euro

Die Überlegenheit der Investition in Solarthermie gegenüber der Photovoltaik belegt ein Wertvergleich von Energieinvestitionen in heutiger Kaufkraft des Euro. Angenommen: eine Investition in Solarthermie im ersten Jahr 650 Euro, vis-à-vis einer Investition in Photovoltaik, die aus der Einspeisevergütung im ersten Jahr 650 Euro Gewinn einfährt. Angenommen ferner: die allgemeine jährliche Teuerung beträgt 2 Prozent, zu der wir eine spezifische Teuerung von 2 Prozent aus Preissteigerung bei den Energiekosten ansetzen (aufgrund der allmählichen Verknappung von Brennstoffen). Dann ergibt sich über die Jahre das nebenstehende Bild. Die solarthermische Investition sticht die photovoltaische aus, weil die Kaufkraft der Einsparung im gleichen Maße steigt wie die Kaufkraft der Einnahmen aus der Photovoltaik fällt. Am obigen Beispiel konkret: Nach zwanzig Jahren 15.793 Euro für die Solarthermie gegenüber 10.803 Euro für die Photovoltaik. Der Unterschied beruht auf dem alten Zwiespalt: hier Sachanlage, dort Geldanlage.