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Hauptkriterien des Sonnenhaus-Standards

Im Gegensatz zum Gestus des hermetisch geschlossenen Passivhauses steht die einladende offene Architektur des Sonnenhauses, das man wie gewohnt, ohne Einschränkung bei der Lebensqualität, bewohnt.

sonnenhaus-georg-dasch Entwurf: Georg Dasch (Bild: Sonnenhaus-Institut)

In seinem Ratgeber Das Sonnenhaus erläutert der Solarpionier Josef Jenni die Grundlagen für den Bau von solarthermischen Anlagen, deren Solarspeicher eine solare Deckung bis zu 100% ermöglichen. Er zeigt auch anhand von Beispielen, wie die Kosten einer Anlage berechnet werden. Die Abbildungen von Referenzanlagen (jeweils mit einem Datenblatt versehen) belegen, "wie abwechslungsreich sonnengeheizte Gebäude in ihren Formen und Bestimmungen sein können." kommentiert das Sonnenhaus-Institut dieses für Architekten und Planer hilfreiche Buch.

sonnenhaus-puristisch Puristischer Entwurf (Bild: Sonnenhaus-Institut) Wesentliche Bedingung: Zur Heizung muss die Sonne als Hauptenergieträger dienen. Das bedeutet einen solaren Deckungsgrad für Heizung und Warmwasser von mindestens 50%. Viele Bauherren entscheiden sich für eine solare Deckung um die 70%, da ihnen die Differenz zu 100% im Verhältnis zur zusätzlich erzielbaren Einsparung zu aufwendig ist.

Die Nachheizung soll möglichst aus regenerativer Quelle geschehen. Sie macht bei Holz im Eigenheim eine Größenordnung von 0,5 bis 5 rm/a aus. Die jährlichen Heizkosten liegen unter heutigen Umständen bei maximal 250 €.

Gesamtansicht eines Ganzjahresolarhauses Energetikhaus 100 - mit 95% solarer Deckung (das im Bild gezeigte erzielt bisher mehr: 97%) Äußerliches Merkmal der Sonnenhausarchitektur ist das steil nach Süden geneigte Solardach. An der Spitze der Energieunabhängigkeit des Sonnenhauses stehen Entwürfe, die man auch als Ganzjahressolarhaus bezeichnet, beispielsweise das Energetikhaus100® (an dessen Entwicklung wir maßgeblich beteiligt waren). Es verspricht 95% solare Deckung. Ob 100 oder 95%, oder ob man sich auf 70% beschränkt, ist eine Frage des abnehmenden Grenznutzens, und nicht zuletzt eine des Lebensstils. Beispielsweise im Energetikhaus ist der offene Kamin im Wohnzimmer für die Kunden eine Attraktion. Man muss ihn nicht benutzen, aber falls es ein sibirischer Winter würde, stellt er sicher, dass im Notfall der Puffer nachgeheizt werden kann.

Die Kriterien in Kürze 

Das Sonnenhausinstitut nennt die Hauptkriterien für den Baustandard des Sonnenhauses gemäß der folgenden Tabelle. Es muss dem Dämmstandard gemäß EnEV 2009 minus 30 % (oder besser) gerecht werden und es liegt de facto zwischen den KfW-Energieeffizienzhäusern "70" und "55".

Kriterium Wert
Transmissionswärmeverlust HT' max. 0,28 W/m²K
U-Wert Außenwand 0,14 bis 0,18 W/m²K
mit Ziegeln bis 0,15 bis 0,18 W/m²K
U-Wert Dach 0,12 bis 0,16 W/m²K
U-Wert Bodenplatte/Kellerdecke 0,20 bis 0,24 W/m²K
U-Wert Fenster 0,8 bis 1,0 W/m²K
Primärenergiebedarf < 15 kWh/m²a
wobei Primärenergiefaktor Strom 2,7
wobei Primärenergiefaktor Strom 0,2

Der Primärenergiebedarf des Sonnenhauses unterschreitet den eines Passivhauses mit Klimakompaktgerät etwa um das Drei- bis Vierfache.