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Systemtechnik

Ausgangspunkt dieser Erläuterung ist die Nutzklasse MX: Die Solarthermie übernimmt im Wärmehaushalt die zentrale Rolle, und wird dabei vom Heizkessel unterstützt, nicht umgekehrt. Bei gewerblichen Anwendungen gelten auch spezielle Bedingungen anderer Priorität, etwa die Erwärmung des Frischwassers vor dem Heizen.

62gr_funktionsgrafik_gewerbe08 Vereinfachte Darstellung für gewerbliche Anwendungen

Diese Prioritätensetzung der Aufgaben für die Anlage ist nicht selbstverständlich: Die weitaus meisten Anlagen im Markt entsprechen der umgekehrten Reihenfolge - weil es viele Anbieter nicht anders können - oder wollen. Grundsätzlich eignen sich Anlagen mit den Systemmerkmalen der Nutzklasse MX für alle gewerbliche Anwendungen.

Das Trägflussprinzip (low flow) muss mit der geschichteten Beladung der Temperaturen im Pufferspeicher abgestimmt zusammenwirken. Dazu bedarf es einer geeigneten Regeltechnik, ergänzt um eine pedantische Isolierung und Dämmung der Systemtechnik sowie eine fein gesteuerte Leitung von Flüssigkeitsströmen. Auf diese details wird bei Standardanlagen (Nutzklasse ST) aus Kostengründen verzichtet. Ohne sie bleibt es jedoch bei einer mäßigen Einsparung an bezahlter Energie.

Bei der Trägflusstechnik werden die Solarkollektoren mit nur wenig Wärmeträgerflüssigkeit (Solarflüssigkeit) extrem langsam durchströmt. Durch die hohe Verweildauer in den langen Schleifen eines großen Solardaches erwärmt sich die Solarflüssigkeit auch bei geringer Sonneneinstrahlung auf hohe Temperatur. Das gilt bis zu einer technisch und energetisch sinnvollen Grenze von etwa 90°C. Aus diesem Vorrat kann im Frühjahr und Herbst Wärme für das Heizen und das Wasser während sonnenloser Strecken entnommen werden. Selbst im Winter wird die Heizung solar unterstützt; bei entsprechend ausgelegten Systemen mit Langzeitwärmespeichern wird der Winter mit Wärme aus dem Sommer und Herbst überbrückt, ohne nachzuheizen.

Schaubild SystemtechnikFolgerichtig muss dafür gesorgt werden, dass erstens die Solarwärme optimal in den Puffer übertragen wird und, dass die Pufferwärme möglichst verlustfrei ihren Zweck erfüllt. Die schwer kopierbaren Vorzüge unserer MX-Solarheizungsanlagen stecken in der Systemtechnik. Der Kenner sieht es ihr an, denn alles bleibt offen zugänglich, was störungsanfällig sein könnte oder dem Verschleiß unterliegt und daher leicht ersetzbar sein muss. Die Baugruppen sind modular konstruiert und werden in der für den Kunden erforderlichen Dimension zusammengestellt.

Angesichts der Energiepreise steigen die Ansprüche an die Effektivität von Heizsystemen - nicht zu verwechseln mit der Effizienz des Systems oder einzelner Baugruppen. Bezahlte Energie sollte wenig beansprucht und nicht verloren gehen, solar besorgte Wärme hingegen darf zu Zeiten des Überflusses vergeudet werden. Deshalb nehmen wir in der Nutzklasse MX in Kauf, dass im Sommer die Solaranlage ineffizient funktioniert (zu viel produziert) - das schadet nichts, ist aber die überschaubare Voraussetzung für einen sparsamen Wärmehaushalt in den drei kritischen Jahreszeiten.

Kennzeichen unserer Systeme ist, wie wir Wärmeverluste verhindern. Nach neuesten Untersuchungen geht in Standardanlagen (Klasse ST) viel von der bezahlten Energie sofort verloren. In der Nutzklasse MX sind diese Verluste weitgehend ausgeschlossen. Dabei halten wir uns an die Faustregel: "Entweder ganz, oder gar nicht!" Halbherzige Bemühungen um Dämmung sind reine Schau und nähren nur die Illusion des Kunden, man habe das Machbare geleistet. Irgendwann kommt der Kunde dahinter, will sagen: Auch wo es keiner sieht, sind wir pingelig bis ins Kleinste.

Die drei wesentlichen Funktionen der Systemtechnik sind die Schichtladung, die 
Pufferspeicherung und die Frischwassererwärmung.